Was tut sich jetzt - also bis 2026
Ein paar Eindrücke und Ereignisse und das alltägliche Leben aus dem Projekt "Garten der Generationen" heraus im Zeitraum von 2023-bis 2025
Mein Leben im Wohnprojekt
Ein neuer Lebensabschnitt - neue Wege mit meinem Sohn Tamino
Ziemlich bald nach meinem Einzug ins Wohnprojekt wurde klar, dass Tamino gut bei mir leben könnte. Seine Mutter Birgit verspürte immer stärker den Wunsch, dauerhaft nach Sansibar zu ziehen. Vor seiner Einschulung verbrachte Tamino dort noch einen längeren, schönen Urlaub mit ihr – dann war klar: Seine Mama wird künftig in Afrika leben.
Damit begann für mich eine völlig neue Erfahrung: Zum ersten Mal durfte ich einen Sohn meiner drei, durch die Pubertät begleiten, auf dem Weg ins junge Erwachsenenalter.
Homeschooling, Waldgruppe und Lernwege
Die Idee einer gemeinsamen Kinderbetreuung im Home-Schooling wirkte anfangs recht verlockend. Ein ehemaliger Gymnasiallehrer aus der Gemeinschaft erklärte sich bereit, vier schulpflichtige Kinder auf die Externistenprüfung vorzubereiten. Doch schon nach kurzer Zeit zeigte sich: Das Modell funktioniert nicht.
Eine Bewohnerin entwickelte daraufhin die Idee einer „Waldgruppe“. Genau diese vier Jungs verbrachten fortan begeistert jeden Wochentag im Wald. Unter der Leitung einer ausgebildeten Waldpädagogin bauten sie Unterstände, saßen am Feuer, bastelten und experimentierten mit Naturmaterialien. Die Kinder waren so motiviert, dass sie über Monate bei jedem Wetter draußen blieben.
Trotzdem merkte ich bald, dass auch dieses Modell gewisse Illusionen barg. Homeschooling und „Freilernen“ erschienen mir als nur scheinbare Freiheit. Zwar wurden immer wieder Vorbilder genannt, wie die Familie Stern, die mit pädagogischem Hintergrund beeindruckende Ergebnisse erzielt hatte – doch ich selbst wollte weder so viel Zeit investieren noch meinen Sohn von der Welt draußen abschotten.
Eine Rückkehr in eine „normale“ Schule war kaum möglich; dafür war Tamino zu lange draußen gewesen. Nach Gesprächen mit der lokalen Neuen Mittelschule wurde klar, dass er dort mit seinen schulischen Defiziten (bedingt durch die „Pandemie“-Maßnahmen) Schwierigkeiten gehabt hätte. So blieb nur der Weg zu alternativen Schulmodellen – etwa der Lernwerkstatt im Wasserschloss oder einer kleinen Montessorischule in St. Pölten. Beide verlangten rund 600 Euro Schulgeld im Monat – ein Preis für die Freiheit vom Regelsystem.
Der Anfang des legendären Meerschweinchen Projektes
Seifenblasen, immer wieder eine Freude
Immer wieder alle möglichen Gruppensituationen
Leben mit kleinem Budget
Trotz meiner geringen Mittel – einer Mindestpension – lebt ich einfacher und zufriedener, als ich es je erwartet hätte:
Keine Schulden mehr, kein Überziehungsrahmen.
Einkäufe im Sozialmarkt sind nicht nur günstiger, sondern auch angenehm: wertschätzende Freiwillige, an den Theken und Kassen, interessante Auswahl und sogar Blumensträuße für einen Euro.
Mit dem Caritas-Programm „Hunger auf Kultur“ kann ich kostenlos ins Theater oder in Museen.
Ein eigenes Auto brauche ich nicht – dank Carsharing habe ich jederzeit einen fahrbaren Untersatz.
All dies brachte mir eine unerwartete Leichtigkeit.
Gemeinschaftsleben und Herausforderungen
Im „Garten der Generationen“ gab es zahlreiche Arbeitstreffen. Ich versuchte Impulse zu setzen – mit Kundalini-Meditation, einer Selbsterfahrungsgruppe („Group of all Leaders“) oder gemeinsamen Kochaktionen. Doch die Resonanz war durchwachsen: Meditationen verloren Teilnehmer, die Selbsterfahrungsgruppe scheiterte an fehlender Erfahrung des Leiters, und gemeinsames Essen war oft teurer als gedacht.
Die Arbeitsgruppen erwiesen sich als umfangreich und stark hierarchisch organisiert. Über allem stand ein Leitungskreis, der Entscheidungen „von oben“ traf. Beschwerden an den Vereinsvorstand waren an der Tagesordnung – ohne das Bewusstsein, dass alle in der Selbstverwaltung Verantwortung tragen. So wurde Gemeinschaft zwar geübt, aber oft mit Frust.
Nach und nach entstand der Wunsch nach einer neuen Struktur. Zwar wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, doch das bestehende Handbuch blieb weitgehend unangetastet – das technokratische Regelwerk lief im Hintergrund weiter.
Trotzdem entstanden schöne Projekte: Tamino und andere Kinder bekamen eigene Meerschweinchen, bauten ein Gehege und kümmerten sich gemeinsam. Die Gärten waren belebt, und die Kinder bewegten sich frei von Haushalt zu Haushalt.
Krisen, Kontroversen und neue Themen
Ein großes Einweihungsfest brachte Anerkennung und Lob von außen. Corona rückte nach und nach in den Hintergrund, Konflikte zwischen „Impflingen und Verweigern“ wurden durch unausgesprochene Toleranz überdeckt. Doch bald tauchte ein neues Streitthema auf: Putin und die Ukraine. Unterschiedliche Haltungen führten erneut zu Spaltungen.
Ich erkannte: Abgrenzung und Ausgrenzung sind große Themen in Gemeinschaften. Oft wird zu spät gesprochen, dann zu hart. Konzepte wie „Radical Honesty“, „Ehrliches Mitteilen“, oder Redekreise können helfen – doch gerade bei letzterem erlebte ich viel Ablenkung, Dramatik und Geschrei. Wirklich tiefe Begegnung bleibt selten übrig.
Und doch: Für mich persönlich ist das Leben hier qualitativ viel besser, als allein irgendwo zu wohnen. Es gibt Begegnungen, Gespräche, kleine Feste – und manchmal auch spirituelle Zeremonien, manche auch, die umstritten sind.
Mein 70er Fest
Dunkle Gestalten, wer mag das sein?
Unser Haus- und Hofmusiker Len
Was kann „Gemeinschaft“?
In meinen Augen ist Gemeinschaft ein lebendiges Phänomen von Suchenden und Findenden, die sich gegenseitig unterstützen.
Es geht nicht um Gleichheit, sondern um gleiche Chancen für alle.
Jeder Mensch ist einzigartig – nicht vergleichbar.
Ressourcen, Geld und Energie sollten gebündelt sein, um allen ein gutes Leben zu ermöglichen – ein zugegeben recht utopischer Gedanke.
Es braucht absolute Meinungsfreiheit und Respekt vor dem Einzelnen.
Gemeinschaft sollte Komfort und Freude ermöglichen, nicht Selbstausbeutung.
Wir sind hier, um zu leben – schön, friedlich und erfüllt.
Politische Begegnungen und neue Projekte
Fast wäre ich wieder in die Politik geraten: Als Madeleine Petrovic mit einer neuen Partei antrat, war ich begeistert und fuhr ins Parteilokal nach Wien. Doch schnell merkte ich: Auch hier herrscht das alte Gegeneinander des Parteiensystems. Dieses Feld ist nicht mehr meins.
Mit Tamino und seinem Freund Hamza reiste ich erneut nach Sansibar – diesmal ohne Corona im Hintergrund.
Zudem durfte ich ein kleines Kunstsymposium initiieren, bei dem ein gemeinsames Segment-Gemälde entstand, das heute eine Wand im Garten der Generationen ziert.
Ein weiteres Thema war die Idee eines nächsten Bauabschnittes. Der Architekt Johannes Dobler brachte spannende Entwürfe ein – doch allerlei Bedenken einiger Mitglieder und Finanzierungsprobleme ließen das Projekt scheitern. Für Erweiterung ist es noch nicht so weit.
Kurzer Ausflug in die Politik
Peace Joy & Eggcake
Planskizzen von Johannes Dobler
Persönliche Wendungen – Ein neuer Lebensabschnitt
Und mein Leben geht weiter – fast wie eine neue Zeitrechnung.
Lange Zeit war ich davon überzeugt, dass Beziehungen für mich keine Rolle mehr spielen würden. Ich hatte mir eine eigene Lebensphilosophie zurechtgelegt, in der das Alleinsein nicht nur selbstverständlich, sondern sogar wertvoll war. Ja, ich war regelrecht stolz auf mein Singledasein. Partnerschaft schien für mich abgeschlossen, ein Kapitel der Vergangenheit.
Die unerwartete Begegnung
Doch das Leben (die Existenz) hat seine eigene Art, Entscheidungen zu treffen – oft gerade dann, wenn man nichts erwartet. Ohne dass ich je Ausschau gehalten hätte, ohne dass ich auf der Suche war, trat jemand in mein Leben. Es geschah an einem besonderen Tag: an meinem Geburtstag.
An diesem Tag begegnete ich Sabine Bacher. Was zunächst eine Begegnung war, entwickelte sich rasch zu mehr: eine spürbare Nähe, die nicht geplant war und doch wie selbstverständlich ihren Platz fand.
Ein gemeinsamer Weg entsteht
Mit der Zeit wuchs daraus ein Prozess tiefer, kreativer Verbundenheit. Schritt für Schritt bauten wir Vertrauen auf, entdeckten gemeinsame Werte, Gedanken und Träume. Dieses Gefühl des Miteinanders ist nicht nur beständig, sondern gewinnt fortwährend an Intensität.
Es ist eine Entwicklung, die ich nie gesucht habe – und die mich gerade deshalb umso mehr erfüllt.
Ausblick
Die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt. Unsere Verbindung hält an und vertieft sich – und vielleicht gibt es schon bald ein Update über die nächsten Kapitel unseres gemeinsamen Weges.
Gemeinsamer Lebensweg mit Sabine - im Wohnprojekt "Garten der Generationen"
Neugestaltung aus der Mitte heraus
Es geht nicht um irgendwelche Kommunikationskonzepte aller Art, wie gewaltfreie Kommunikation, soziokratische umgedeutete Verordnungen – sondern um Bewusstheit und mehr Stille im Kopf.
(Johannes Dobler)
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