Umbruch & Zeitung & Fotokunst & Politik
Umbruch bedeutet eine grundlegende Änderung, Umwandlung, es ist auch ein Begriff aus dem Druckergewerbe und hat Bezug zur Gestaltung von Druckwerken. Langsam begann dieser ziemliche Umbruch in mein Leben zu kommen. Das Seminar auf Teneriffa war wirklich herausragend transformierend, danach hörte jede spirituelle Suche bei mir auf. Es war eine Art unspektakuläres bei mir selbst Ankommen, wobei auch ziemlich viel "abgefallen" ist, was nicht so stimmig für mich war. Ich konnte das allerdings erst später sehen, langsam trat eine gelassene Leichtigkeit in mein Leben, die seither nie mehr weg gegangen ist. Fast jede Aufregung empfinde ich wie einen Wetterumschwung, der kommt und geht.
We are Family
Sanierungsverfahren und Durchbrüche
Zunächst schien das Sanierungsverfahren gut zu laufen, auch wenn es eine enorme Herausforderung war, halbjährlich rund 15.000 Euro an Gläubiger zu zahlen – bei gleichzeitig sinkendem Umsatz.
Im Seminar erlebte ich mehrere Durchbrüche. Besonders eindrücklich war eine Bioenergetik-Übung, bei der ich dachte, mein Rückgrat würde zerreißen. Doch statt Schaden brachte sie eine unerwartete Befreiung: Ein unangenehmes Grundgefühl, das mich mein ganzes Leben begleitet hatte – eine Mischung aus latenter Angst und Erregung – verschwand vollständig. Nach diesem Seminar war es für immer weg, und es ist bis heute nicht zurückgekehrt.
Mein Buch "Lebenswert" war inzwischen fertig und wurde fulminant präsentiert. Das fühlte sich großartig an – anderes hingegen weniger. Das Cohousing-Projekt kam trotz zahlreicher Interessierter nicht wirklich in Gang. Eine Umfrage ergab nur schwaches konkretes Interesse, und mir wurde klar: Das wird nichts mehr. Jegliches weitere Engagement fiel von mir ab wie eine alte, überholte Hülle.
Auch die einstige Magie des Friedrichshofes und meines Freundeskreises dort verblasste. Nach jeder Rückkehr von einem Seminar sah ich klarer, was nicht mehr passte. Was blieb und mir am wichtigsten war: das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit meinen Kindern und ihren eigenen Wegen – etwas, das wir bis heute immer wieder freudig feiern.
Von oben: der Vater und Sohn Max - Max und und mein jüngster Sohn Tamino - Onkel Tamino mit Neffe und Nichte, meinen Enkeln Elias und Antonia - Mein Sohn Joshua cool wie immer - Tochter Carola mit Vater - Gruppenfoto mit allen meinen Kindern: Tamino, Joshua, Carola und Max und ich 2020 - Ein Portait von mir, ebenso aus 2020
Unerwartete Nähe im Schlüsselseminar
Im entscheidenden Seminar meiner Wandlung, hin zu einem furchtloseren Menschen kam ich einer Frau näher – obwohl ich eigentlich keine Absicht hatte, eine neue Beziehung zu beginnen. Alles habe ich ausführlich in meinem unten beschriebenen Buch "Reiseziel Selbsterfahrung" niedergeschrieben.
Mit Birgit am Friedrichshof hatte ich zuletzt die gemeinsame Vision verfolgt, im Cohousing nebeneinander in zwei Wohnungen zu leben und uns die Betreuung von Tamino zu teilen. Doch dieses Modell ließ sich nicht mehr verwirklichen. Salena lebte weiterhin vor Ort, und für Joshua war ich ebenso da wie sie. Mein Begriff von Familie war längst weiter gefasst als der übliche.
Schnellvorlauf: die Beziehung zwischen Birgit und mir war für mich nicht mehr stimmig, die Begeisterung für die ein neues Leben, neue Hoffnungen und Ziele nahm rapide zu und wurde im Umfeld des Seminarhauses gefeiert und unterstützt.
Von dort nach hier und zurück
Konkurs und Neuanfang
Ein weiteres Jahr lang blieb ich dem Seminar treu, mit zusätzlichen Foto- und Filmprojekten. Doch währenddessen ging mein Verlag endgültig den Bach hinunter. Das Folgeprojekt zu Lebenswert kam nicht in Schwung, und die letzte Rate des Sanierungsverfahrens konnte ich nicht mehr aufbringen. Auch die Bank verweigerte weitere Unterstützung.
Alle Versuche, das sinkende Schiff zu retten, scheiterten. Mein Anwalt und meine Steuerberaterin rieten mir zum Privatkonkurs. Doch selbst diesen einzuleiten war aufwendig – vor allem ohne Einkommen. Also blieb mir nur der Weg zur Mindestsicherung. Schon das Ausfüllen des Antrags war eine Herausforderung.
Am Ende klappte es: Mit richterlichem Beschluss war ich schuldenfrei, wenn ich über sechs Jahre hinweg halbjährlich 600 Euro zahlte. Das gelang mir. Emotional war es eine Achterbahnfahrt, die jedoch gut ausging – mit einem neuen Freiheitsgefühl, auch wenn sich im Hintergrund Ablehnung und Verurteilung regten. Manche Freunde von damals blieben nicht mehr Teil meines Lebens.
Nebenbei kandidierte ich für die Grünen und wurde Gemeinderat in Schwarzenau – doch dazu später mehr.
Neue Ausbildungen und berufliche Wege
Dank AMS-Förderung absolvierte ich eine kurze Ausbildung zum TÜV-zertifizierten Trainer für Erwachsenenbildung. Anspruch auf Geldleistungen hatte ich als ehemaliger Selbständiger zwar nicht, aber Kurse wurden finanziert – darunter Seminare in Photoshop und InDesign. Diese halfen mir, kleinere Fotobücher professionell zu gestalten.
Parallel bewarb ich mich bei der Regionalzeitung Tips als Außendienstmitarbeiter im Anzeigenverkauf. Es machte Spaß, war leicht für mich und brachte gutes Geld ein – besonders in einer strukturschwachen Region nahe der tschechischen Grenze.
Fast nebenbei absolvierte ich eine mehrwöchige Ausbildung bei Yogacoaching zum Yogalehrer und Kreativcoach – wieder im Gegengeschäft für Fotos. Uma und Klaus Ewert waren hervorragende Lehrer. Später fotografierte ich auch für ihr schönes Buch „49 Schlüssel zum Glück“.
Von oben: Doppelseitiger Artikel in der Tips Zeitung über meine Erfahrungen mit Yoga - Impressionen aus der Zeit auf Teneriffa, filmend und sportlich am Wasser.
Von der Freiheit mit Fotografie und dem Schreiben
Alltagund Tiefe, Fotoprojekte und neue Freiheiten
Mit den Jahren neigte sich meine Zeit im Biotic Institute dem Ende zu. Für mich war die Transformation irgendwann ausreichend, während in meiner Beziehung der Alltag zunehmend die Oberhand gewann. Außerhalb des schützenden Seminarfeldes gelang es mir immer weniger, mehr als eine freundschaftliche Beziehung aufzubauen. Und doch: Chapeau!
Nach dem Konkurs und mit meinem stressfreien, flexiblen Angestelltenjob in Schwarzenau eröffnete sich mir eine neue Freiheit. Anders als in den Zeiten als selbständiger Fotograf, Künstler, Antiquitätenhändler oder Verleger, wo es stets ums Überleben durch Geldfluss ging, kam nun das Einkommen regelmäßig und zuverlässig auf mein Konto.
So hatte ich Zeit für Buchprojekte, Ausstellungen, Workshops und Yogakurse, ohne den Druck, damit Geld verdienen zu müssen.
„Reiseziel Selbsterfahrung“ und weitere Projekte
In dieser Phase entstand auch mein Buch „Reiseziel Selbsterfahrung“ – eine Art Resümee meines spirituellen und therapeutischen Lebensweges. Darin ist auch viel zu lesen über meine Zeit in Scharzenau und meine Beziehung, diem ich dort gelebt habe.
Es war mein bewusster Abschied von der ständigen Suche. Aus diesem Zug bin ich ausgestiegen – und es ist gut so.
Es gab einige Lesungen, mehrere hundert verkaufte Exemplare – doch eine Vermarktung betrieb ich nicht weiter. Das Buch hatte seinen Zweck erfüllt. Daneben entstanden kleinere Foto- und Textbücher, Ausstellungen und Seminare.
Fotos von mir bei Lesungen - Werbung für mein Buch "Reiseziel Selbsterfahrung" - Coverbeispiel eines anderen Buches
Politik, es grünt so grün...
Politisches Engagement bei den Grünen
Seit meiner Jugend in Berlin war ich kaum mehr politisch aktiv gewesen, an Wahlen hatte ich nicht teilgenommen. Das änderte sich durch eine Begegnung bei einer Familienaufstellung: Dort lernte ich Andreas aus Zwettl kennen, der mich fragte, ob ich für die Grünen in Schwarzenau kandidieren wolle.
Nach kurzem Zögern sagte ich zu. Zehn Unterstützer für die Kandidatur waren schnell gefunden, und plötzlich war ich mittendrin: Fotos von mir auf großen Plakaten im Ort, die Wahlen rückten näher. Schließlich erhielten die Grünen ein Mandat – und ich war Gemeinderat.
So wurde ich im Ort bekannter, nahm an Sitzungen, Kongressen und Versammlungen teil – auch auf Landesebene. Nach fünf Jahren endete mein Mandat ebenso plötzlich, wie es begonnen hatte. Meine „grüne Schuldigkeit“ war getan.
Es war eine interessante Erfahrung, die mir aber auch zeigte: Demokratie in ihrer jetzigen Form hat keine Zukunft. Das Prinzip der Mehrheitsentscheidung produziert immer Verlierer.
Ich lernte das Konzept des Systemischen Konsensierens kennen, das neue Wege geht: Man fragt nicht nach Mehrheiten, sondern nach dem, womit Menschen überhaupt nicht leben können. So werden Gegner ernst genommen statt ausgegrenzt. Indem jeder deutlich macht, was er stark ablehnt, nähert man sich Schritt für Schritt an – bis ein Ergebnis entsteht, mit dem alle leben können.
Grüne Wahlplakate für das Ortsbild - Presseberichte - Politische Aktion zum Thema Bahn - Gemeindezeitung mit Gruppenfoto - Radbörse - BGE - Veranstaltung mit Helmo Pape und Madeleine Petrovic.
Erstelle deine eigene Website mit Webador