Lebenswert & Emotional Photography
Ich bewegte mich auf mein 60. Lebensjahr zu, noch einmal tauchte ich fast absichtslos in die Tiefen der intensiven spirituell-therapeutischen Selbsterfahrung ein, was mein Leben wieder einmal komplett "umrührte" und mich sehr tief berührte. Mehr und mehr entdeckte ich eine Seite der Fotografie, wo Menschen und ihre emotionale Bandbreite im Mittelpunkt stehen. Ein gemeinschaftliches Wohnprojekt wurde gestartet. Wieder einmal durfte ich ein kleines Menschenwesen, meinen Sohn Tamino, von Anfang an ein Stück begleiten und ihm beim Wachsen zusehen, was mir bis heute Freude bereitet.
Hier und jetzt & dann und wann
Rückkehr zur Humaniversity
Mitten in einer weiteren Umorientierungsphase hatte ich nach Jahren die Idee, wieder einmal nach Egmond zur Humaniversity zu fahren. Dort wollte ich an einer Seminar-Gruppe teilnehmen. Es passte perfekt: Die Gruppe trug den Namen „Coming Together“ und beinhaltete eine Weihnachts- und Neujahrsfeier.
Ich war bereit für zwei intensive Wochen im Haus am kühlen Meer. Das Wiedersehen mit alten Freunden und Veeresh, dem Leiter des Zentrums, war für uns alle eine große Freude. Veeresh hatte die Idee, dass ich einen Fotobildband über die Humaniversity machen sollte. Dafür lud er mich ein, regelmäßig wiederzukommen und die Gruppen zu fotografieren. So entstand nach und nach meine „Emotional Photography“.
Viele wunderschöne, intime Fotos entstanden – fast alle Teilnehmer waren einverstanden, sich in ihren emotionalsten Momenten ablichten zu lassen.
Wieder mal ein neuer Name
Ein prägender Moment war, als ich bei einem Gesamtmeeting von Veeresh nach vorne gerufen wurde – obwohl ich dieses Mal nur als Fotograf anwesend war und nicht Seminarteilnehmer war. Er teilte mir mit, es sei Zeit für einen neuen Namen. Meinen alten spirituellen Namen Yakiz hätte ich lange genug getragen. Ob ich mit Pramesh einverstanden sei?
Freudig, geehrt und tief berührt nahm ich diesen Namen dankend an.
Gemeinschaftsprojekte und Fotografie
Mit Birgit entwickelte sich eine doppelte Spur: Einerseits die Idee, am riesigen Grundstück des Friedrichshofes ein Cohousing-Projekt zu starten, andererseits unsere gemeinsame Teilnahme an den Selbsterfahrungsgruppen in der Humaniversity.
Wir reisten mehrmals nach Holland, wo ich neben meinen Fotoaufträgen auch selbst an vielen Seminar-Übungen teilnehmen konnte. Zwar wurde aus dem geplanten Bildband nichts, doch entstand ein Kalender – und viele meiner Fotos fanden Platz auf der Homepage und in Werbematerialien.
Von oben: Werbung für das Buchprojekt "Love is always the answer" - Im Garten der Humaniversity, Tamino und Peace-Pole - Ein Blatt des Kalenders - Happy 2012 mit Birgit und Tamino - Portrait Pramesh - Sinnlicher Gruppentanz - Veeresh mit Tamino
Verlagstätigkeit und Cohousing
Parallel arbeitete ich in meinem Verlag an einem neuen Buch: „Lebenswert – Impulse für ein erfülltes Leben“. Es war mein Versuch, Bücher mit völlig neuen Inhalten auf den Markt zu bringen – und der Start verlief vielversprechend.
Gleichzeitig konkretisierte sich die Planung des Cohousing am Friedrichshof. Über die Plattform Austrotopia waren wir gut in der Lebensgemeinschafts-Szene Österreichs vernetzt. Viele Interessierte besuchten uns, doch im Rückblick machten wir Fehler – etwa, kein verbindliches Engagement der künftigen Bewohner einzufordern.
In unmittelbarer Nachbarschaft plante eine andere Gruppe ein ähnliches Projekt namens „Schönwasser“. Doch für beide Initiativen erwies es sich als schwierig, Menschen wirklich verbindlich zu gewinnen. Leben in Gemeinschaft klang für viele verlockend – doch Besitzansprüche, Privatsphäre, das Teilen von Ressourcen und andere gesellschaftlich tief verwurzelte Themen machten es zu einer intensiven Lernerfahrung.
Der Einband des großformatigen Bildbands "Lebenswert - Impulse für ein erfülltes Leben" - Werbung für das Co-Housing Projekt und einer der zahlreichen Presseartikel zum Thema
Wenn nicht jetzt, wann dann?
Der Traum vom Leben am Meer
Bei meinen vielen Aufenthalten in Egmond entstand schließlich die Idee, ganz dorthin zu ziehen. Direkt neben dem Community-Grundstück wurde ein kleines Haus mit Garten frei, die Nachbarn waren ebenfalls eng mit der Humaniversity verbunden. Alles schien zu passen.
Doch bald zerschlug sich dieser Traum: Der Eigentümer wollte das Haus doch nicht mehr vermieten, die Nachbarn trennten sich – und so löste sich der Plan vom Leben am Meer in Luft auf.
Ich beendete nach und nach meine Arbeit mit der Emotional Photography und konzentrierte mich wieder auf mein Buch. Dabei lernte ich das Biotic Institut im Waldviertel kennen, das einen Beitrag für mein Buch bestellte.
Begegnung mit Yod Udo Kollitscher
Für die Fotos reiste ich zum Institut und traf dort auf den Betreiber Yod Udo Kollitscher. Er war begeistert von meinen Humaniversity-Bildern und schlug mir vor: Ich könnte im Austausch für Fotos an seinen Seminaren teilnehmen.
Zunächst war ich skeptisch – sicher glaubte ich nicht mehr an wirklich neue Erfahrungen. Doch die Aussicht auf mehrwöchige Aufenthalte auf Teneriffa in der dortigen Instituts-Zweigstelle, kombiniert mit Yods Versprechen, es sei das „beste Seminar meines Lebens“, überzeugten mich.
So begann ein über ein Jahr verteiltes, insgesamt neunwöchiges Seminar, die Biotiversity. Die Kosten von rund zwanzigtausend Euro erschienen uns als fairer Tausch – etwa wie ein halbtags Honorar von dreihundert Euro, Urlaubsgefühl inklusive.
"Emotional Photography"
Seminar auf Teneriffa
Das Seminar begann spannend. Teneriffa war eine angenehme Überraschung: das Haus fulminant, der Seminarleiter charismatisch und gleichzeitig bodenständig. Ich hoffte, dass sich von all dem Überfluss vielleicht auch etwas auf mein Geschäft übertragen würde. Schließlich trug das Seminar den Untertitel, Master of Life - „Meister des Lebens“.
Anfangs hielt ich mich noch in einer beobachtenden, fotografierenden Distanz, doch die Themen ließen das nicht lange zu. Alte Verhaltensweisen begannen zu bröckeln. Gleichzeitig wuchs meine Sorge: Mein Verlag war inzwischen finanziell angeschlagen. Mehrere Projekte konnten nicht umgesetzt werden, hohe Fixkosten – Leasing für zwei Luxusautos, Atelier, Mitarbeiter und Unterhaltszahlungen – belasteten mich stark.
Erste Schritte in Richtung Sanierung
Im Seminar lernte ich einen erfolgreichen Immobilienbesitzer, Wolfgang, "Wolferl" kennen, der mich später an seine Freundin und Steuerberaterin vermittelte. Mit ihr konnte ich in Wien die prekäre Lage meiner Firma offenlegen.
Ihr wichtigster Rat: laufende Kosten drastisch reduzieren. Sie schlug ein Sanierungsverfahren vor, das mir wieder Auftrieb und vielleicht sogar den Weg in die finanzielle Freiheit eröffnen sollte. Ich begann also, diesen Weg einzuschlagen – nicht ahnend, dass sich das tatsächliche Ende ganz anders gestalten würde.
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